Archiv Vorträge und Veranstaltungen
Lesewinter in Bad Wildbad
Do. 10. – So. 13. Januar 2019
"(Es ist) besser zu genießen und zu bereuen,
als zu bereuen, dass man nicht genossen hat."
Giovanni Boccaccio: Decameron
Prof. Dr. Albert Gier, Innsbruck
„Boccaccio, der die abscheulichen Novellen schrieb“, so wird der Autor des Decameron in Franz von Suppés Operette Boccaccio charakterisiert. Der moderne Leser erinnert sich vor allem an die erotischen bis pornographischen Geschichten, die freilich nur einen (durchaus bedeutenden) Teil des Buches ausmachen: Daneben gibt es lustige Schwänke, tragische Liebesgeschichten und vieles mehr. Dabei zeigt Boccaccio – darin liegt seine erstaunliche Modernität –, daß es für die komplizierten Probleme, die das Leben stellt, keine einfachen Lösungen gibt: Seine Figuren müssen für sich selbst entscheiden wie Griselda, die versprochen hat, ihrem Ehemann in allem zu gehorchen, ohne voraussehen zu können, daß er später (zum Schein, um sie auf die Probe zu stellen) beschließen könnte, die gemeinsamen Kinder töten zu lassen. Im Seminar wollen wir repräsentative Novellen gemeinsam lesen und diskutieren und dabei auch die wirtschaftliche, literarische und künstlerische Entwicklung in Florenz am Übergang vom Mittelalter zur Renaissance betrachten.
Studienkurs im CentroTedesco di Studi Veneziani
20. – 28.09.2020
Die venezianische Oper des 17. Jahrhunderts
Details unter www.dszv.it | Studienkurs Ablaufplan
Vorträge
Ankündigung: zwei Wagner-Vorträge
22.04.2023 beim Nürnberger Richard-Wagner-Verband
„... daß ich an keine andere Revolution mehr glaube, als an die, die mit dem Niederbrande von Paris beginnt“. Richard Wagner in Paris, Paris in Richard Wagners Schriften.
13.05.2023 beim Münchner Richard-Wagner-Verband
Über das Lachen in Richard Wagners Werk.
Neues Seminar
Marcel Proust – zur Einführung
5. – 7. Januar 2024
Waldhof e.V.-Akademie für Weiterbildung
Im Waldhof 16, 79117 Freiburg-Littenweiler
Tel. +49 (0)761-67134, Fax +49 (0)761-66584, www.waldhof-freiburg.de
„Proust-Leser sind im Vorteil“, so der kürzlich verstorbene Martin Walser; denn: „Wer Proust aufmerksam gelesen hat, sieht genauer, hört genauer hin, durchschaut mehr und lebt intensiver.“ Der Schriftsteller Alain de Botton „destillierte“ gar (so die Werbung des S. Fischer Verlags) aus den sieben Bänden der Suche nach der verlorenen Zeit „ein witziges, kurzes und lebenspraktisches Ratgeberbuch für den postmodernen Zeitgenossen“ (Wie Proust Ihr Leben verändern kann. Eine Anleitung, 1998).
Mit rund 4.500 Textseiten (in der deutschen Ausgabe) ist Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ein monumentales Werk, und es ist keine leichte Lektüre. Zum Einstieg für Proust-Anfänger bieten sich eher die frühen Erzählungen und Skizzen an: Sie sind verhältnismäßig kurz, auch viel weniger komplex als der große Roman, es klingen aber schon die Themen an, die dann die Suche nach der verlorenen Zeit bestimmen (Zeit und Erinnerung, Liebe, Eifersucht, (Homo-)Sexualität. mondänes Leben der Oberschicht, Snobs, Musik…). Neun bisher unveröffentlichte Texte wurden erst 2019 entdeckt und erschienen 2021 erstmals auf deutsch:
Der geheimnisvolle Briefschreiber. Frühe Erzählungen, hg. von Luc Fraisse, Suhrkamp 2021
1896 veröffentlichte Proust als sein erstes Buch eine Sammlung von Erzählungen und Skizzen:
Freuden und Tage, hg. von Luzius Keller, Bibliothek Suhrkamp
Anhand ausgewählter Texte aus diesen beiden (nicht besonders umfangreichen!) Büchern soll in dem Wochenendseminar eine knappe Einführung in Prousts Universum gegeben werden.
Kurszeiten:
Freitag 15.30 h Beginn mit Kaffee und Kuchen; Seminar 16.15 – 18.00 h;
Samstag 9.30 – 11.00 h, 11.30 – 12.00 h, 16.00 – 18.00 h, 19.15 – 20.30 h
Sonntag 9.30 – 11.00 h, 11.30 – 12.00 h
Der Dozent:
Prof. Dr. Albert Gier war von 1988 bis 2016 Professor für Romanische Philologie (Literaturwissenschaft) an der Universität Bamberg und ist seitdem im Ruhestand. Er ist Mitglied der deutschen Marcel Proust-Gesellschaft, für die er 2009 in Wien eine Tagung zum Thema „Marcel Proust und die Musik“ organisierte, und veröffentlichte Aufsätze zu Proust meist in den Schriften der Gesellschaft.
Vortrag Albert Gier:
Regietheater? Nein, Musiktheater! Walter Felsenstein, Joachim Herz und die Komische Oper
Vgl. auch Gerald Felber, Regietheater in der Oper – Zukunft oder Irrweg? Eine heftige Diskussion, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.11.2023, S. 12

Wagner-Vortrag
2024 in Leipzig

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Projekt WORT.MUSIK.THEATER
19.05.2022
Online-Diskussion
Wie klingen Texte?
Jelineks musikalische Arbeit an der Sprache
Mit Bernhard Doppler, Albert Gier, Steffen Jäger und Yuly Khomenko
Abrufbar unter https://www.ifvjelinek.at/veroeffentlichungen/wortmusiktheater-wie-klingen-texte-jelineks-musikalische-arbeit-an-der-sprache-2022/
Der Literaturwissenschaftler Bernhard Doppler, der Romanist und Librettologe Albert Gier, der Regisseur Steffen Jäger und der Sänger und Gesangspädagoge Yuly Khomenko nahmen in diesem Online-Gespräch Elfriede Jelineks musikalische Schreibweise und die konkrete Lautlichkeit ihrer Texte genauer unter die Lupe: Im „Close-Reading“ ausgewählter Textstellen von Jelinek aus verschieden literarischen Genres diskutieren sie aus ihrer je unterschiedlichen disziplinären Perspektive darüber, wie Jelinek ihre Texte zum „Klingen“ bringt: Wie schafft es die Autorin, mit den Mitteln der Sprache eine textuelle Lautlichkeit, Klanglichkeit, einen im Text eingelassenen musikalischen Rhythmus oder gar eine Text-Melodie zu erzeugen?
Das Gespräch ist Teil des 2022 gestarteten Forschungsschwerpunkt „Wort.Musik.Theater" der sich den Beziehungen zwischen Musik, literarischem Text und seiner theatralen bzw. musikalischen Inszenierung widmet – einem Spannungsfeld, das in Elfriede Jelineks Werk und dessen Rezeption Gegenstand eines stetigen Aushandlungsprozesses ist.
Wissenschaftlich-künstlerisches Symposion
WORT.Musik Zur Musikalisierung von Literatur 09.06. und 11.06.2022
PROGRAMM
DONNERSTAG, 09.06.2022, 18 Uhr
Theatermuseum
1010 Wien, Lobkowitzplatz 2
Susanne Kogler:
Groteske, zwischen Wirklichkeit und Traum – Zur künstlerischen
Arbeit an der Sprache
Julia Purgina: K.Einzel(l)teile für Männerchor
Es singt der Chorus Viennensis, Chorleitung: Michael Schneider
Performance: Laura Dittmann
K.Einzel(l)teile für Männerchor: Zur Musikalisierung von Literatur
Werkstattgespräch mit Laura Dittmann, Julia Purgina und Michael
Schneider, moderiert von Christian Schenkermayr
Gespräch: Literatur als Sprachkomposition: Text und Musik bei Elfriede Jelinek
Mit Albert Gier, Björn Hayer, Monika Meister, moderiert von Rosa Eidelpes
DRONRÖSCHEN – eine mehrstimmige Paraphrase auf Elfriede
Jelineks Der Tod und das Mädchen II (Dornröschen)
Kollektive Textpräsentation und Gespräch mit Monika Rinck,
Tobias Herzberg & Studierenden, moderiert von Karoline Exner
Das vollständige Programm ist abrufbar unter https://muk.ac.at/fileadmin/mediafiles/images/Veranstaltungen_21-22/Folder_Wort.Musik_komprimiert.pdf
Drei Vorträge anläßlich der „Richard Wagner Festtage der Oper Leipzig
20.06. – 14.07.2022“
Veranstaltungen der Kulturstiftung Leipzig in der Richard-Wagner-Aula der Alten Nikolaischule, Nikolaikirchhof 2, 04109 Leipzig
Samstag 02.07.2022, – 11–12.30 Uhr
Das Lachen bei Richard Wagner
Donnerstag 07.07.2022 – 11–12.30 Uhr
Richard Wagner und das Märchen
Sonntag 10.07.2022 – 11–12.30 Uhr
Sage und Legende als Stoffquellen Richard Wagners

